Heute geht es rund🌬️🌬️

Unser alter Freund der Gegenwind zeigt sich heute mal von seiner allerbesten Seite: als Rückenwind mit 25Km/h und in Böen bis 50 Km/h!! Mal sehen ob wir überhaupt treten müssen oder ständig bremsen😊

Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt☹️ Während Andreas sein Fahrrad bepackte gab es einen Wolkenbruch. Wir fuhren also bei heftigem Regen los 🌧️ Noch in Genk tauschte Andreas seine Regenabwehrbekleidung gegen die Jacke. So ging es weiter, immer wieder Maskenball😂 Nachdem wir den Radweg an der Bahnstrecke erreicht hatten waren wir im Shirt unterwegs. Dort kam dann auch der spannende Moment: der Tacho sprang auf 2000Km um.

der Weg ist das Ziel🚴🏻🚴🏻

Im nächsten Ort haben wir uns während eines kurzen Nieselregens einen Cappuccino gegönnt; stilecht mit Amaretto. Der beste Kaffee auf der ganzen Tour👍

das haben wir uns verdient 😊

Bei der nächsten Pause ( im strahlendem Sonnenschein ) bemerkten wir das die Beleuchtung ( in Belgien stehen an den meisten Radwegen Laternen ) per Bewegungsmelder auf vorbeifahrende Radler reagiert. Das muss abends ein gutes Gefühl sein wenn vor einem das Licht angeht.

Beleuchtung mit Bewegungsmelder

Am Wegesrand tauchten immer wieder Gewächshäuser auf.

alles Gewächshäuser

Wir haben mal durch die Tür geschaut und das Fass gesehen Ob da was harmloses drin ist??

ob das wirklich gesund ist?

Beim Start nach der nächsten Pause hörte ich plötzlich ein Klappern am Boden. Dort lag meine rechte Pedale!!! Wir haben bemerkt das sich eine Kontermutter mit Linksgewinde gelöst hat. Mit unserem Bordwerkzeug konnten wir die Pedale wieder befestigen😊 Ich möchte mir nicht vorstellen was passiert währe wenn mir die Pedale auf dem Pont de Saint-Nazaire flöten gegangen währe🤔

Ohne weitere Unterbrechungen folgten wir dem Radweg F4 und standen plötzlich vor einem Haus🤔 Der Weg über die Schelde ging unter der Schelde lang! Todesmutig gingen wir zur Rolltreppe und haben die Entscheidung sofort bereut☹️ Mit unseren schwer beladenen Rädern bestand die Gefahr unkontrolliert zu beschleunigen☹️ Nur mit viel Mühe konnten wir die Räder bändigen. Leider gab es dann noch eine 2te Rolltreppe abwärts mit denselben Problemen. Schweißgebadet, aber ohne Crash kamen wir unten an.

Um mal richtige belgische Fritten zu probieren haben wir uns für eine der ersten Adressen entschieden😊 Es war lecker👍 Die Franzosen sollten hier mal Bildungsurlaub in Sachen Fritten machen😊

Nach dem üppigen Mahl schlenderten wir noch durch die Stadt und waren überrascht vom Trubel in der Stadt. Jeder Platz in jedem Restaurant besetzt. Ein Restaurant neben dem anderen. Und nicht nur in einer Strasse, ein riesiges Gebiet. Die Kölner Altstadt ist dagegen mickrig.

die Etappe nach Gent

Die Nacht war hart👎 Unser Zimmer im Obergeschoss war sehr stickig, obwohl wir das Fenster auf Kipp hatten während wir essen waren. Im Bad fehlt eine richtige Lüftung um die Luft auszutauschen. Wir haben das Fenster die ganze Nacht komplett offen gelassen, brachte aber nichts. Als wir dann einschlafen wollten kamen die Mücken☹️ Die Jagd war nur teilweise erfolgreich, einige haben überlebt. An erholsamen Schlaf war nicht zu denken☹️ Das Frühstück hat uns dann wieder etwas versöhnt😊

auf das Flachdach knallt die Sonne

Wir waren froh als wir an der frischen Luft starten konnten🚴🏻🚴🏻 Mittlerweile sind uns die vielen Verkaufsautomaten aufgefallen. Alles mögliche gekühlt rund um die Uhr👍 Auf einem Bauernhof fiel uns ein Erdbeerautomat auf. Kurzerhand haben wir einen Testkauf gewagt. Für 3,50€ gabs ein 500gr. Schälchen gekühlte Erdbeeren. Vermutlich haben sie noch nie Erde gesehen, aber sie haben uns sehr gut geschmeckt😊

gekühlt und rund um die Uhr zu haben
einfach lecker 👍

Bei Rolands Ex-Kollegen mussten wir natürlich auch vorbeischauen😊

wir sollen den Roland herzlich grüßen

Hier in Flandern gibt es eine spezielle olympische Disziplin: Müllwurf ins Runde Netz😊

Andreas beim Wurftraining

In Gent haben wir uns nach einer Pause wieder auf den Weg zur Innenstadt gemacht. Hier kann man mal sehen was Fahrradfreundlich heißt. Die Autofahrer sind in der Minderzahl, die Radfahrer dominieren die Straßen. Es gibt an jeder Ecke Fahrradstellplätze, auch auf den großen Plätzen. Wenn statt jedem Fahrrad ein Auto währe könnte sich hier nichts mehr bewegen.

hier wachsen die Bäume viereckig 🤔
der tapfere kleine Lüfter

von Frankreich nach Belgien

Heute haben wir Frankreich verlassen😊☹️ Mit einem weinenden und einem lachendem Auge. Bei der Abfahrt sah Dünkirchen gar nicht mehr so schlecht aus, vermutlich lag es an der Morgensonne. Über eine alte Bahntrasse ging es an Dünen linkerhand und aufgegebenen Aluminiumhütten rechterhand in Richtung Osten. Hinter Dünkirchen war die Strecke sehr gut ausgebaut und verlief stellenweise durch schattige Wälder und grüne Wiesen oder an Kanälen entlang. Da macht das Radfahren Spaß. Irgendwann sahen wir dann am anderen Kanalufer belgische Schilder; wir hatten die Grenze verpasst. Kein Strich auf dem Radweg, kein Schild oder Wappen☹️ In meiner Jugend und auch am Anfang meines Berufslebens noch unvorstellbar. Da soll mal einer auf EU und Euro schimpfen.

Weiter ging’s an schönen Windmühlen und unendlichen Gewächshäusern vorbei.

Fast wie neu

Die Gegend war aber nicht immer friedlich: im ersten Weltkrieg haben sich hier die Deutschen, Belgier, Franzosen und Briten bekämpft☹️

das ist ein Mahnmal für die flämischen Soldaten

Dieser Briefkasten sorgt für schmunzeln 😊

da kommt die Post doch gerne

Die Strecke ging teilweise an Straßen entlang und da zeigten sich die belgischen Autofahrer von ihrer rasanten Seite: der Abstand zu uns war manchmal recht knapp. Die Franzosen waren da rücksichtsvoller👍

In einem kleinen Ort war gerade Markt, also haben wir uns ins Kaffee gesetzt und dem Treiben zugesehen. Die Preise waren auch angenehm. In Roeselare war Andreas im Aldi einkaufen und über die Preise positiv überrascht. Das Hotel lag etwas versteckt in einem Industriegebiet, wir haben es trotzdem gefunden😊 Nach den üblichen Prozeduren waren wir noch eine Runde futtern. Zu unserer Überraschung kamen wir mit französisch nicht weiter☹️ Alles auf englisch! Na gut, kein Problem, dann eben englisch. So, Jetzt ist Feierabend😊

Die flache Etappe nach Dünkirchen

Mal schauen wie der Zug unter dem Ärmelkanal verschwindet😊 Ich bezweifle aber das die Gendarmerie uns nah genug ranlässt.

Auf der Fahrt durch die Stadt haben wir eine Menge Bahngleise überquert, uns ist aber nichts aufgefallen was wie eine Tunneleinfahrt aussieht.

Über einigen Straßen waren Luftballons oder bunte Bänder gespannt. Die Effekte auf dem Boden sahen sehr gut aus👍

Nach dem Verlassen der Stadt lief es dann auf sehr gut ausgebauten Radwegen recht flott. Wir kamen unter anderem am Flughafen von Calais (CQF) vorbei. Optisch erinnert er an Kurtekotten😊(den Segelflugplatz am Bayerwerk)

Eine kurze Pause haben wir am schiefen Turm von Oye-Plage eingelegt.

Ein weiteres interessantes Gebäude gibt es in Grand-Fort-Philippe: die Station der Rettungswacht. Das Museum war leider zu☹️

über die Rutsche konnte das Seenotrettungsboot elegant ins Wasser gleiten, bei jedem Wasserstand👍

Am Ortseingang von Gravelines wird an einer neuen Arche Noah gebaut. Der Klimawandel lässt grüßen.

die neue Arche heißt Jean-Bart

In der Festung von Graveline haben wir uns einen Kaffee genehmigt. ( wir waren die einzigen die Kaffee hatten, alle anderen tranken Bier 🤔) Diese Festung ist sehr groß und sehr gut erhalten. Im inneren ist jetzt ein eigener Stadtteil.

Von dort an war die Strecke bescheiden: mehrere Kilometer direkt auf der Schnellstraße , stinkende Chemieanlagen, Atomkraftwerke, Aluminium Werke und Orte wie im Ruhrgebiet nach dem Zechensterben☹️

die großen Pötte halten hier auch

Erst in der Innenstadt von Dünkirchen wurde es optisch etwas besser. Nach 49 Km war dann die vermeintliche einfache Etappe geschafft. An unserem Hotel hat auch schon der Zahn der Zeit heftig genagt☹️ Macht nichts, wir möchten es ja nicht kaufen😊

Am Strand wollten wir uns nochmal einen Sonnenuntergang ansehen, daraus wurde aber nichts: zuviele Wolken und heftiger Wind. Auch die Dünen boten wenig Schutz vor dem Wind.

Also Feierabend um 22Uhr

Morgens Boulogne, abends Calais, das Knie hält😊

Unsere Trocknungsaktion mit dem Lüfter in der Dusche war sehr erfolgreich. Aber leider nur zu 98% Als ich mich beim Frühstück hinsetzte musste ich feststellen das in dem Polster noch eine gewisse Restfeuchte war. Na ja, dann muss ich sie eben trockenfahren😊

Auf dem Weg zu Velo4 kamen wir auch am Hafen vorbei. Dort herrschte ein wildes Treiben um das Thema Fisch.

wer frischen Fisch mag ist hier genau richtig
good bye

Danach begann die Berg und Talbahn. Wir haben mehrfach die Route umgeschmissen um Höhenmeter einzusparen. Es hat nichts genutzt, wir mussten mehrmals schieben bei Steigungen bis 9%☹️

Dafür hatten wir einen schönen Blick über die Küste.

Unsere Pause mussten wir mehrfach verschieben weil die Bauern überall Dünger auf den Feldern verteilt haben☹️ Auf einem Hügel fanden wir endlich ein ruhiges Plätzchen. Wir hatten sogar einen Blick über den Ärmelkanal nach England. Es herrschte viel Verkehr mit Fähren, Tankern und Autotransportern.

hinten links geht es los, dann durchs Tal und dann wieder hoch🚴🏻

Die Ruhe an unserem Rastplatz dauerte nicht lange, aus beiden Richtungen kamen Wanderer, Jogger, E-Biker, Radfahrer und Fernradfahrer vorbei. Von jedem 1€ und unser Abendessen währe bezahlt gewesen. Mit 2 jungen Männern haben wir uns unterhalten: sie machen 120 bis 150 Km am Tag!!!! Geschlafen wird in der Hängematte!!!

Ganz weit hinten ist England🔭

Wir haben auch eine Hinweistafel der DB zum Thema Schienenersatzverkehr gefunden: Wandern, Radfahren oder Reiten sind die Alternativen. Hunde sind natürlich anzuleinen. Die Ersatzbusse fahren maximal 25Km/h

Jetzt sind wir im Hotel in Calais und machen uns fertig um in Richtung Hafen zu fahren.

das Rathaus

Mit unseren Vorräten haben wir am Strand noch lecker gefuttert und uns die Ein- und Auslaufenden Schiffe angesehen.

Die P&O Fähre läuft aus